Wie Sie Mobbing erkennen

Sie kennen es vielleicht: Ihr Kind redet nicht gerne über die Schule und schon gar nicht über unangenehme Situationen. Dennoch sollten Sie versuchen, den Kontakt zu Ihrem Kind nicht zu verlieren und besonders aufmerksam zu werden, wenn Ihr Kind ungewöhnliche Verhaltensweisen aufzeigt. Dazu zählen zum Beispiel wenn Ihr Kind nicht mehr zur Schule gehen will, Routinen wie den Schulweg ändern möchte, nervös und reizbar ist, die schulischen Leistungen nachlassen oder mit Verletzungen wie blauen Flecken nach Hause kommt. Eventuell möchte Ihr Kind auch mehr Taschengeld, verliert Sachen oder es hat öfter zerrissene Kleidung. Meist ist das Mobbing schon weiter fortgeschritten, wenn Konzentrationsmängel, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder chronischen Krankheiten dazu kommen.

Dies sind lediglich mögliche Anzeichen dafür, dass Ihr Kind gemobbt wird und natürlich können die Symptome auch andere Ursachen haben, Sie sollten allerdings in diesem Fall genauer hinschauen und sensibel auf die Verhaltensänderungen Ihres Kindes eingehen. Ein Symptom ist bei Mobbing jedoch bei allen Kindern gleich: die Angst vor der Schule.

Ist doch nur Spaß...

Grundsätzlich ist es nicht einfach, zu erkennen, ob Ihr Kind gemobbt wird. Es schämt sich und ist unter Umständen auch eingeschüchtert worden. Es möchte sich nicht als „Opfer“ präsentieren, sondern eher signalisieren, dass es cool ist und alles im Griff hat. Daher wird es versuchen, das Problem für sich zu behalten. Oftmals haben die Mobber auch mit Sprüchen wie „Ist doch nur Spaß, wenn du petzt, bist du ein Schwächling“ dafür gesorgt, dass Ihr Kind lieber schweigt.

Folgen von Mobbing – kurz- und langfristig

Mobbing ist für das Opfer eine erniedrigende Erfahrung. Es erlebt eine tiefe Scham, fühlt sich hilflos und fängt an, an sich zu zweifeln. Das Selbstwertgefühl leidet und der/die Gemobbte fühlt sich isoliert und ausgegrenzt. Er oder sie scheint nirgendwo dazuzugehören – ein Gefühle von Verzweiflung und Einsamkeit stellen sich ein. Durch den fortschreitenden Verlust des Selbstwertgefühls sowie körperlicher Beeinträchtigungen wird auch der private Freundeskreis zunehmend vernachlässigt. So dehnt sich die isolierte Situation in der Schule auch auf die Freizeit aus.

Oftmals leiden Opfer von Mobbing ihr ganzes Leben an den Folgen ihrer Erfahrungen. Sucht, Selbstmordgefahr, eine verringerte körperliche Widerstandsfähigkeit oder auch ein erhöhtes Aggressionspotenzial sind mögliche Auswirkungen als Jugendliche und Erwachsene. Grundsätzlich können Mobbing-Opfer in der Regel ein größeres Misstrauen gegenüber anderen Menschen entwickeln und sind schneller niedergeschlagen. Wird das Kind oder der Jugendliche im Erwachsenenalter erneut gemobbt, können sich vergleichbare Symptome einstellen wie beim Mobbing zu Schulzeiten.

Die Folgen von Mobbing sind gravierend. Umso wichtiger ist es, den Mobbing-Prozess frühzeitig zu erkennen und zu handeln.